Was ist Krampusnacht? Tradition, Ursprung und Bräuche
Jedes Jahr am 5. Dezember wird es in Österreich, Südtirol, Bayern und Teilen der Schweiz unheimlich: Es ist Krampusnacht. Während der Nikolaus die braven Kinder belohnt, sorgt sein dunkler Begleiter — der Krampus — dafür, dass auch die unartigen Kinder nicht vergessen werden.
Woher kommt der Krampus?
Der Krampus hat seine Wurzeln in der vorchristlichen alpenländischen Tradition. Sein Name leitet sich vom althochdeutschen Wort Krampen (Kralle) ab. Bereits in heidnischen Zeiten gab es Figuren, die den Winter und das Böse verkörperten. Mit der Christianisierung wurde der Krampus zum Begleiter des heiligen Nikolaus — als mahnendes Gegenstück zum gütigen Bischof.
Die ältesten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem 17. Jahrhundert, doch die mündliche Tradition reicht vermutlich viel weiter zurück. In manchen Regionen wurde der Brauch zeitweise sogar verboten — die Kirche empfand die wilden Gestalten als zu heidnisch.
Wie sieht der Krampus aus?
Der klassische Krampus trägt:
- Fell oder Zottelpelz — meist dunkel, aus Schaf- oder Ziegenfell
- Hörner — geschnitzte Holzhörner oder echte Tierhörner
- Eine handgeschnitzte Maske (Larve) — oft aus Zirbenholz, jede einzigartig
- Ruten (Birkenruten) — zum symbolischen Strafen der Unartigen
- Ketten und Glocken — das markante Rasseln kündigt den Krampus an
- Einen Buckelkorb (Kraxe) — in dem er angeblich die schlimmen Kinder mitnimmt
Was passiert beim Krampuslauf?
Am Abend des 5. Dezember ziehen Krampusgruppen (Passen) durch die Straßen. Der Ablauf variiert je nach Region:
- Hausbesuche — In ländlichen Gebieten kommen Nikolaus und Krampus gemeinsam in die Häuser. Der Nikolaus liest aus seinem goldenen Buch vor, der Krampus rasselt drohend mit den Ketten.
- Krampuslauf — In Städten und größeren Orten ziehen dutzende bis hunderte Krampusse durch die Straßen. Zuschauer können (und werden) erschreckt.
- Perchtenlauf — In manchen Regionen werden Krampus- und Perchtenbrauch vermischt. Die Perchten treten traditionell in den Rauhnächten (Ende Dezember bis Anfang Januar) auf.
Wo wird Krampusnacht gefeiert?
Der Brauch ist besonders lebendig in:
- Österreich — vor allem Salzburg, Tirol, Kärnten, Steiermark, Oberösterreich
- Südtirol (Italien)
- Bayern (Deutschland)
- Teile der Schweiz, Sloweniens, Ungarns und Kroatiens
In den letzten Jahren hat der Krampus auch international an Bekanntheit gewonnen — besonders in den USA, wo Krampus Runs und sogar Hollywood-Filme die Tradition populär gemacht haben.
Krampusnacht heute
Die Tradition lebt und entwickelt sich weiter. Neben den klassischen Hausbesuchen gibt es heute auch digitale Möglichkeiten, den Krampus ins Haus zu holen — zum Beispiel mit einem Fake-Anruf vom Krampus, bei dem eine gruselige Stimme die Kinder ermahnt.
Ein Krampus-Anruf ist eine tolle Alternative für Familien, die keinen echten Krampusbesuch in der Nähe haben — oder für Kinder, die vor dem echten Krampus noch zu viel Angst hätten.
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